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Tabernakel und Altarbild

Tabernakel und Altarbild

Es ist beständiger Glaube der Kirche, dass die Gegenwart Jesu Christi in den verwandelten Gestalten von Brot und Wein über die Feier der Eucharistie hinaus gegeben ist. Schon im 2. Jahrhundert gibt es Zeugnisse, die davon berichten, dass von der Kommunion in der Eucharistie durch Diakone auch abwesenden Gemeindegliedern gebracht wird.

Der Hauptgrund für die Aufbewahrung des eucharistischen Brotes – sehr selten des eucharistischen Weines - war und ist die Kommunion für die Sterbenden, die Wegzehrung. Aufbewahrt wurde die Eucharistie in kleinen Kästchen, die der Priester in seinem Haus für die Wegzehrung aufbewahrte, oder auch die Gläubigen mit nach Hause nahmen für die Hauskommunion. Seit dem 6. Jahrhundert wird die Kommunion in einem Nebenraum der Kirche aufbewahrt, oder auch im Altarraum oder auf dem Altar. Im Mittelalter entstanden Tabernakel, die zunächst in Wandnischen des Altarraumes eingelassen wurden.

Das Wort "Tabernakel" kommt von dem lateinischen Wort "tabernaculum" für Zelt/Hütte. Aus den ursprünglichen Wandnischen erwuchsen dann die Sakramentshäuschen, wie wir sie in gotischen Kirchen bis heute noch sehen können. Im Barockzeitalter wird die Eucharistie in prachtvollen Tabernakeln auf dem Hochaltar aufbewahrt und verehrt. Heute geschieht die Aufbewahrung in einem eigenen Tabernakel im Altarraum oder auf einem Altar in einer Seitenkapelle der Kirche.

In der Laurentius-Kirche verweist die Tür des Tabernakels auf die Kommunion, die darin aufbewahrt wird: Sie ist wie ein Brot gestaltet, das aufbricht und sich öffnet – und ähnelt gleichzeitig einem Stern, der den Weg weist. Innen ist der Tabernakel mit Gold ausgestattet; denn er soll wegen seines kostbaren Inhalts innen wertvoller sein als außen. Der Schleier um den Tabernakel soll an ein Velum erinnern. Das ist ein liturgisches Tuch oder eine Hülle, mit dem ein Kelch bedeckt wird oder den der Priester bei Prozessionen auf den Schultern trägt. Der Schleier erinnert auch an das Zelt, in dem das Allerheiligste aufbewahrt wurde, bevor es feste Tempel gab. Und der Schleier nimmt Bezug auf ein Fronleichnamslied von Thomas von Aquin, in dem es heißt: „Lass die Schleier fallen einst in deinem Licht, dass ich selig schaue, Herr, dein Angesicht.“ So verschieden die jeweilige Zeit den Ort der Aufbewahrung des Leibes Christi gestaltet hat – immer war es die gläubige Gewissheit, dass in der Gestalt des Brotes der Herr selbst gegenwärtig ist und bleibt. Ehrfurchtsvolles Verhalten und die Anbetung des im Brot gegenwärtigen Herrn zeigen, wovon wir leben: von der Gemeinschaft mit Jesus Christus, dem Brot des Lebens.

Im Tabernakel setzt sich das Mittelstück des Altarreliefs fort, das die Kreuzigung Jesu und der beiden Schächer neben ihm zeigt. Der Ellwanger Künstler Rudolf Kurz wollte in dieser Darstellung - wie im gesamten Altarraum - das „Geheimnis des Glaubens“ illustrieren, das in jeder katholischen Messfeier gemeinsam gesprochen wird: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“ Die Leiter steht für den Weg von der Kreuzigung zur Auferstehung, aber auch für die lebendige Lebens-Leiter jedes Menschen, der im Laufe eines Lebens Brüche und Kanten erfährt und trotzdem weitermacht. Die Farbgebung des Altarreliefs geht von der grau-schwarzen Schwere des Todes zum strahlenden Gold der Auferstehung über.



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