Zum Inhalt springen.
Zur Navigation springen.

Seelsorgeeinheit | St. Laurentius | St. Johannes | Zum Guten Hirten
Jugendarbeit | Sveti Franjo Asiski | Il Buon Pastore
Kath. Kirchengemeinde     St. Laurentius          Bietigheim
» Home

Laurentius-Plastik vor der Kirche

Der Patron der Kirche ist der Heilige Laurentius, ein frühchristlicher Märtyrer, der sich als Diakon in Rom besonders um die Armen kümmerte. Wegen seines Glaubens wurde er verfolgt und (der Legende nach) am 10. August 258 auf einem glühenden Rost hingerichtet. Diesen grausamen Tod zeigt die große Plastik vor der Laurentiuskirche, die der Güglinger Künstler Gunther Stilling 1977 für die Landesgartenschau in Stuttgart geschaffen hatte. Jedes Jahr am 10. August, dem Tag des Heiligen Laurentius, gedenkt die Gemeinde besonders ihres Kirchenpatrons.

In der Broschüre „Skulptour – Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Bietigheim-Bissingen“, herausgegeben in der 3. überarbeiteten und aktualisierten Auflage 2005 von der Stadt Bietigheim-Bissingen (erhältlich bei der Stadtinformation am Marktplatz), heißt es über die Laurentius-Plastik und ihren Schöpfer:

„Unmittelbar vor der katholischen Kirche, die dem Hl. Laurentius geweiht ist, thematisiert Gunther Stilling das Martyrium des im Jahre 258 hingerichteten heiligen Diakons. Sein qualvolles Ende auf dem glühenden Eisenrost ist eine im Verlauf der Kunstgeschichte häufig dargestellte Szene. Stilling verzichtet in seiner Arbeit allerdings bewusst auf Hinweise auf die in der Legende erwähnten Begleitumstände des Martyriums, die das Geschehen in historische Ferne rücken würden. Auch die in der ikonographischen Tradition üblichen Zeichen göttlichen Trostes oder der Erlösung fehlen. Der Bildhauer konfrontiert so den Betrachter ganz direkt mit einem geschundenen Menschen, der sich unter unvorstellbaren Qualen auf dem Rost krümmt und dessen Außenhaut bereits aufzubrechen und sich aufzulösen scheint. Die Gliedmaßen des Gequälten sind stark vergrößert wiedergegeben. Die Darstellung des Körpers insgesamt erinnert in ihrer Expressivität an mittelalterliche Pestkreuze. Stillings Darstellung wird so zu einem zeitlosen und gleichzeitig bedrückend aktuellen Aufschrei gegen Folter und Gewalt. Die Skulptur erweist sich damit als eine typische Arbeit aus dem Frühwerk Gunther Stillings. Vor allem in den siebziger Jahren verstand er sich deutlich als politischer Künstler und hat in seinem Schaffen immer wieder Gewalt und Machtmissbrauch angeprangert. In seinen Büsten von Kirchenfürsten, Feldherren oder Generälen, deren Gesichter zu hasszerfressenen Masken verzerrt sind, macht er die Welt der Täter zum Thema. In Darstellungen wie dem überlebensgroßen St. Laurentius ergreift er eindrucksvoll Partei für die Opfer.“